Entkernung · 26. Mai 2026
Entkernung in Fellbach: Ablauf, Schadstoffe, Genehmigung
Entkernung in Fellbach: Was entfernt wird, welche Schadstoffe das Baujahr nahelegt, wann eine Genehmigung nötig ist und was Kosten und Dauer bestimmt.
Eine Entkernung entfernt alle nichttragenden Bauteile eines Gebäudes, bis nur noch der Rohbau mit Außenwänden, Stützen und Decken steht. In Fellbach geht ihr meist eine Sanierung, ein Umbau oder eine Umnutzung voraus. Vorher müssen drei Dinge geklärt sein: welche Wände tragen, welche Schadstoffe im Gebäude stecken und ob die Baurechtsbehörde etwas braucht. Rechtsstand: Oktober 2026.
Was ist der Unterschied zwischen Entkernung und Rückbau?
Bei der Entkernung (auch Innenabbruch genannt) bleibt die tragende Struktur stehen. Entfernt werden Bodenbeläge, Estrich, Trennwände, abgehängte Decken, Türen und Installationen. Beim Abbruch kommt das ganze Gebäude weg. Der Begriff „Rückbau“ wird uneinheitlich verwendet. Gemeint ist meist das geordnete, nach Materialien getrennte Abtragen, ganz oder teilweise.
Für Sie zählt vor allem die Folge: Eine Entkernung lässt die Außenhülle stehen, ein Abbruch nicht. Unsere Leistungen im Überblick finden Sie unter Entkernung und Abbruch und Abriss.
Wann ist eine Entkernung in Fellbach sinnvoll?
Typische Anlässe sind:
- Sanierung im Bestand: Neue Grundrisse, Leitungen und Böden bei intakter Tragstruktur.
- Umnutzung: Ein Lager wird Büro, ein Einfamilienhaus wird in Wohnungen geteilt.
- Schadstoffe in den Einbauten: Belastete Beläge, Kleber oder Dämmungen müssen vor dem Umbau raus.
- Wasser- oder Brandschäden: Durchfeuchtete oder verrußte Bauteile werden entfernt, damit der Rohbau trocknen kann. Mehr dazu im Ratgeber Wasserschaden: Was beim Rückbau entfernt werden muss und unter Brand- und Wasserschaden.
Ist die Tragstruktur selbst geschädigt, lohnt sich die Entkernung oft nicht. Wie Sie das abwägen, steht im Ratgeber Abbruch oder Sanierung.
Wie läuft eine Entkernung ab?
- Begehung: Wir erfassen Bestand, Zugänge, Anschlüsse und fragen nach Baujahr, Plänen und früheren Umbauten.
- Schadstoffprüfung: Verdächtige Materialien werden vor Beginn untersucht, nicht erst beim Ausbau.
- Abstimmung mit Behörde und Versorgern: Genehmigungsfragen klären, Strom, Wasser, Gas und Heizung abklemmen lassen.
- Ausbau: Installationen und Einbauten werden geordnet zurückgebaut, in der Regel geschossweise.
- Trennung und Abtransport: Der Abfall wird nach Fraktionen gesammelt und abgefahren.
- Übergabe: Der Rohbau wird besenrein übergeben.
Tragende und nichttragende Wände unterscheiden sich von außen oft nicht. Bevor eine Wand fällt, muss feststehen, was sie trägt. Im Zweifel klärt das ein Tragwerksplaner.
Welche Schadstoffe sind im Fellbacher Altbau zu erwarten?
Das hängt vom Baujahr ab, nicht vom Ort. Die folgende Übersicht nennt belegte Zeitgrenzen:
| Stoff | Zeitliche Einordnung | Typische Fundstellen |
|---|---|---|
| Asbest | Verwendung seit 31. Oktober 1993 verboten. Bei Baubeginn danach wird in der Regel kein Asbest vermutet. | Bodenbeläge, Kleber, Spachtelmassen, Putze, Nachtspeicheröfen, Rohrdämmung |
| Alte Mineralwolle (KMF) | Vor 1996 eingebaut gilt als alt. 1996 bis 2000 ist unklar. Verbot seit Juni 2000. | Dach- und Rohrdämmung, Akustikdecken |
| PCB | Offene Anwendungen bis etwa 1975. | Fugenmassen, Anstriche, Deckenplatten |
| PAK (Teer) | Teerkleber noch bis etwa 1981 in Verwendung. | Parkettkleber, Dachbahnen |
Quellen: Umweltbundesamt zu Asbest, GefStoffV § 11a, PCB-Richtlinie Baden-Württemberg, Umweltportal NRW zu PAK. Eine ausführliche Übersicht bietet der Ratgeber Schadstoffe im Altbau nach Baujahr.
Als Bauherr müssen Sie dem ausführenden Betrieb vor Beginn alle Informationen zur Bau- und Nutzungsgeschichte über vorhandene oder vermutete Gefahrstoffe geben (§ 5a GefStoffV). Das gilt auch für Privatpersonen.
Für alte Mineralwolle hat unser Betrieb den Fachkunde-Lehrgang nach TRGS 521 absolviert. Den Ablauf erklärt der Ratgeber Alte Mineralwolle nach TRGS 521. Asbestarbeiten gehören dagegen in die Hand von Betrieben mit der nach § 11a GefStoffV erforderlichen Zulassung oder Genehmigung. Stoßen wir bei einer Entkernung auf Verdächtiges, stoppen die Arbeiten in diesem Bereich, bis das geklärt ist.
Braucht eine Entkernung in Fellbach eine Genehmigung?
Pauschal lässt sich das nicht beantworten. Die Landesbauordnung regelt den Abbruch baulicher Anlagen: Er braucht grundsätzlich eine Genehmigung, bestimmte Fälle sind verfahrensfrei (abhängig u. a. von der Gebäudeklasse, § 50 Abs. 3 LBO), alle übrigen laufen im Kenntnisgabeverfahren (§ 51 Abs. 3 LBO). Wie eine reine Entkernung ohne Eingriff in die Tragstruktur einzuordnen ist, klärt im Einzelfall die Baurechtsbehörde.
In Fellbach ist das nicht das Landratsamt. Laut Rems-Murr-Kreis nehmen die Stadt Fellbach und weitere Städte die bau- und denkmalschutzrechtlichen Aufgaben selbst oder in Verwaltungsgemeinschaften wahr (Rems-Murr-Kreis). Fragen Sie deshalb bei der Stadt Fellbach nach.
Zwei Punkte gelten unabhängig davon. Kulturdenkmale dürfen nur mit Genehmigung der Denkmalschutzbehörde zerstört oder beseitigt werden (§ 8 DSchG). Und kenntnisgabepflichtige Abbrucharbeiten dürfen nicht in Eigenleistung oder Nachbarschaftshilfe ausgeführt werden (§ 42 Abs. 2 LBO). Den Überblick gibt der Ratgeber Abbruchanzeige in Baden-Württemberg.
Was bestimmt Kosten und Dauer einer Entkernung?
Preise nennen wir ohne Besichtigung nicht. Folgende Faktoren treiben Aufwand und Zeit:
- Fläche und Ausstattung: Mehr Einbauten bedeuten mehr Material und Arbeitszeit.
- Zugang: Geschosse, Treppenhaus, Aufzug und Zufahrt entscheiden, wie das Material nach draußen kommt. Hanglage oder enge Zufahrt verlängern die Wege.
- Schadstoffe: Belastete Bauteile brauchen Schutzmaßnahmen und eine eigene Entsorgung.
- Trennung der Abfälle: Sortenrein erfasste Fraktionen lassen sich verwerten, Mischabfall ist teurer.
- Nebenkosten: Statik, Gutachten, Abklemmen der Leitungen.
Die Dauer folgt denselben Faktoren. Eine feste Wochenzahl ohne Kenntnis des Objekts wäre geraten.
Wie wird der Abfall getrennt und entsorgt?
Die Gewerbeabfallverordnung verlangt, bestimmte Bau- und Abbruchabfälle getrennt zu sammeln: Glas, Kunststoff, Metalle, Holz, Dämmmaterial, Gipsplatten, Beton, Ziegel, Fliesen und Bitumengemische. Die Pflicht entfällt, soweit die Trennung technisch nicht möglich oder wirtschaftlich nicht zumutbar ist. Bei einem Gesamtvolumen bis 10 m³ greift die Dokumentationspflicht nicht (§ 8 GewAbfV). Darüber sollten Sie Liefer- oder Wiegescheine aufbewahren. Mehr dazu im Ratgeber Bauschutt-Entsorgung und Nachweise.
Wenn Sie ein Objekt in Fellbach haben
Schildern Sie uns über die Kontaktseite, was Sie vorhaben, und nennen Sie Baujahr, ungefähre Fläche und vorhandene Pläne. Dann klären wir, ob eine Besichtigung sinnvoll ist. Unser Einsatzgebiet finden Sie unter Einsatzgebiet.
Allgemeine Information, Stand Oktober 2026, keine Rechtsberatung. Im Einzelfall klären die Baurechtsbehörde und die zuständige Gewerbeaufsicht.