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Schadstoff­sanierung · 08. August 2025

Schadstoff­sanierung in Esslingen: Pflichten und Ablauf

Asbest, alte Mineral­wolle, PCB, PAK: Welche Regeln gelten, was Auftrag­geber vor der Sanierung klären müssen und wie der Ablauf ist. Stand Oktober 2026.

Schadstoff­sanierung bedeutet: Schadstoffe vor Abbruch oder Umbau erkunden, die Arbeiten durch einen dafür qualifizierten Betrieb ausführen lassen und den Abfall nachweisbar entsorgen. Welche Regel gilt, hängt vom Stoff ab: Asbest fällt unter die TRGS 519, alte Mineral­wolle unter die TRGS 521, PCB, PAK und Holzschutzmittel unter die TRGS 524. Hermann Services aus Filderstadt saniert alte Mineral­wolle. Asbestarbeiten führen wir nicht aus. Stand: Oktober 2026.

Welche Schadstoffe sind in Altbauten zu erwarten?

Entscheidend ist das Baujahr beziehungsweise der Zeitpunkt, zu dem ein Produkt verwendet wurde. Die folgende Übersicht fasst die belegten Eckdaten zusammen:

StoffTypische FundstellenZeitliche EinordnungRegelwerk
AsbestAsbestzement-Platten, Bodenbeläge und Kleber, Putze, Spachtelmassen, NachtspeicheröfenVerbot seit 31.10.1993, Baubeginn davor gilt als VerdachtsfallTRGS 519
Alte Mineral­wolleDämmung in Dach, Wand, Decke und an RohrenVor 1996 eingebaut: als alt anzunehmen. 1996 bis 2000: Einzelnachweis nötigTRGS 521
PCBDauerelastische Fugenmassen, Anstriche, DeckenplattenOffene Anwendungen bis etwa 1975, Verbot 1989TRGS 524
PAK (Teer)Teerkleber unter Parkett, Dach- und DichtungsbahnenVerwendung von Teerklebern bis etwa 1981TRGS 524
Holzschutzmittel (PCP, Lindan)Dachstühle, Holzbalken, VertäfelungenPCP im Innenraum seit 1986 verboten, allgemein seit 1989. Lindan seit 2008 verbotenTRGS 524

Ausführlicher geht der Ratgeber Schadstoffe im Altbau nach Baujahr auf die Zeiträume ein. Ob ein schwarzer Kleber Teer oder Bitumen enthält, sieht man ihm nicht an. Das klärt nur eine Analyse (Umweltportal NRW zu PAK).

Was müssen Auftrag­geber in Esslingen vor der Sanierung leisten?

Die Regeln sind landesweit dieselben, ob das Objekt in Esslingen, Stuttgart oder Filderstadt steht. Wer Arbeiten an einem Gebäude veranlasst, muss dem ausführenden Betrieb alle vorhandenen Informationen zur Bau- und Nutzungsgeschichte und zu vermuteten Gefahrstoffen geben (§ 5a Gefahrstoff­verordnung). Das gilt auch für private Eigentümer. Wichtig ist vor allem das Baujahr. Liegt der Baubeginn zwischen 1993 und 1996, nennen Sie das genaue Datum.

Für Bauwerke mit Baubeginn vor dem 31. Oktober 1993 und ohne Nachweis der Asbestfreiheit nennt die LAGA M 23 eine anlassbezogene Erkundung vor baulichen Eingriffen (LAGA-Mitteilung M 23). Die TRGS 524 beschreibt, wie eine Erkundung aufgebaut ist: Ortsbegehung und Auswertung der Unterlagen, dann ein Probenahmeplan mit Probenorten, Analyseverfahren und Schutzmaßnahmen, am Ende ein Laborbericht mit Lageplan. Auftrag­geber haben dabei Mitwirkungs- und Informationspflichten.

Wie läuft eine Schadstoff­sanierung ab?

  1. Erkundung: Unterlagen sichten, Gebäude begehen, Proben nehmen und im Labor untersuchen lassen.
  2. Planung: Der ausführende Betrieb erstellt eine Gefährdungs­beurteilung und legt Schutzmaßnahmen und Arbeitsschritte fest. Bei Asbest kommt ein Arbeitsplan hinzu.
  3. Anzeige: Bei Asbest zeigt der Betrieb die Arbeiten spätestens eine Woche vor Beginn bei der zuständigen Behörde an.
  4. Ausbau: Der Bereich wird abgegrenzt, Beschäftigte tragen Schutzausrüstung, Staub wird vermieden oder abgesaugt.
  5. Reinigung und Freigabe: Bei Asbest im hohen Risikobereich folgt nach Sichtkontrolle eine Raumluftmessung nach VDI 3492 (TRGS 519 Nr. 14.5).
  6. Entsorgung: Verpackt, gekennzeichnet und mit Nachweis über zugelassene Annahmestellen.

Für wen die Anzeige zuständig ist, hängt vom Einzelfall ab. Die unternehmensbezogene Anzeige geht an die Behörde am Betriebssitz, die objektbezogene an die Behörde am Objektort (Umweltministerium Baden-Württemberg). Zuständig ist in der Regel das Landratsamt oder bei Stadtkreisen die Stadtverwaltung (Gewerbeaufsicht). Welche Stelle Ihr Objekt in Esslingen betrifft, finden Sie über service-bw.

Was gilt für alte Mineral­wolle?

Alte Mineral­wolle ist krebserzeugend eingestuft. Die aktuelle TRGS 521 (Ausgabe Mai 2026, Fassung der Gewerbeaufsicht Baden-Württemberg) teilt Tätigkeiten in drei Expositions­kategorien nach der Faser­konzentration in der Luft ein: unter 50.000, 50.000 bis 250.000 und über 250.000 Fasern pro Kubikmeter. Nicht gelistete Tätigkeiten werden wie Kategorie 3 behandelt. Verlangt werden unter anderem Sauger und Entstauber der Staubklasse M, kein Abblasen mit Druckluft, kein Trockenkehren und staubdichte Verpackung.

Ein behördliches Anzeige- oder Zulassungsverfahren wie bei Asbest sieht die TRGS 521 nicht vor. Hermann Services hat den Fachkunde-Lehrgang nach TRGS 521 absolviert. Wie der Ausbau abläuft, beschreibt der Beitrag Alte Mineral­wolle nach TRGS 521: Ablauf und Entsorgung.

Wie wird Schadstoff­abfall entsorgt?

Gefährliche Abfälle sind im Abfallverzeichnis mit Sternchen gekennzeichnet (Abfallverzeichnis-Verordnung):

  • Asbesthaltige Baustoffe: 17 06 05*
  • Dämmmaterial, das Asbest enthält: 17 06 01*
  • Alte Mineral­wolle: 17 06 03*

Gefährliche Abfälle werden in einem elektronischen Nachweisverfahren geführt. Erzeuger mit höchstens zwei Tonnen gefährlicher Abfälle pro Jahr sind davon ausgenommen und führen Übernahmescheine (§ 2 NachwV). Welche Annahmestellen für Ihr Objekt in Esslingen infrage kommen, erfragen Sie beim Entsorger. Allgemeine Hinweise zu Nachweisen finden Sie unter Bauschutt und Entsorgungs­nachweise.

Welche Unterlagen sollten Sie nach der Sanierung erhalten?

Lassen Sie sich die Ergebnisse der Erkundung aushändigen, denn Betriebe müssen sie dem Auftrag­geber übergeben (Asbest-Flyer des Umweltministeriums). Dazu kommen je nach Stoff das Protokoll der Freigabemessung, die Entsorgungs­nachweise oder Übernahmescheine und die Wiegescheine der Annahmestelle. Bewahren Sie die Unterlagen auf. Sie belegen bei einem späteren Verkauf, Umbau oder einer Rückfrage der Behörde, was im Gebäude gefunden und wie es entsorgt wurde.

Was ist mit Schimmel?

Schimmel entsteht bei Feuchteschäden. Der Schimmelleitfaden des Umweltbundesamtes ist kein gesetzliches Regelwerk und behandelt den Arbeitsschutz bei der Sanierung nicht (UBA-Schimmelleitfaden). Wo Schimmel nach einem Wasser­schaden auftritt, lesen Sie Wasser­schaden: Was beim Rückbau entfernt werden muss.

Was übernimmt Hermann Services?

Hermann Services ist ein Einzelunternehmen von Hussein Adam mit Sitz in Filderstadt und hat vier Mitarbeiter. Wir führen Abbruch, Entkernung und den Ausbau alter Mineral­wolle aus. Asbestsanierung gehört nicht dazu. Ist Asbest im Objekt, sollte die Reihenfolge so geplant werden, dass ein dafür qualifizierter Betrieb vor dem Abbruch arbeitet. Mehr zu unseren Leistungen steht auf der Seite Schadstoff­sanierung, den Einsatzraum zeigt die Seite Einsatz­gebiet. Bei Fragen zu Ihrem Objekt erreichen Sie uns über die Kontaktseite.

Allgemeine Information, keine Rechtsberatung. Im Einzelfall klärt die zuständige Behörde, was für Ihr Vorhaben gilt.