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Entkernung · 18. August 2025

Teil­sanierung und Entkernung in Pforzheim: Ablauf Schritt für Schritt

Teil­sanierung mit Entkernung in Pforzheim: Die sieben Schritte von der Bestands­aufnahme über Schadstoffe und Genehmigung bis zur Rohbau-Übergabe erklärt.

Eine Teil­sanierung mit Entkernung läuft in sieben Schritten: Bestands­aufnahme, Genehmigungsfragen, Baustelleneinrichtung, Schadstoff­sanierung, Rückbau, Entsorgung und Übergabe des Rohbaus. Sie kommt infrage, wenn die Tragstruktur eines Gebäudes erhalten bleiben kann. Welche Schritte bei Ihnen nötig sind, hängt von Baujahr, Zustand und Nutzung ab. Rechtsstand: Oktober 2026.

Wann ist eine Teil­sanierung mit Entkernung die richtige Wahl?

Bei der Entkernung werden Bodenbeläge, Estriche, nichttragende Wände, Decken, Installationen und Einbauten entfernt. Fundament, Außenwände und tragende Teile bleiben. Das ergibt einen Rohbau in der bestehenden Hülle. Die Methode passt, wenn die Tragstruktur in Ordnung ist, der Grundriss geändert werden soll und die Außenmaße zum Vorhaben passen. Sind Fundament oder Tragwerk geschädigt, steht der Abbruch zur Debatte. Die Abwägung beschreibt der Ratgeber Abbruch oder Sanierung. Unsere Leistung erklärt Entkernung.

Schritt 1: Wie läuft die Bestands­aufnahme ab?

Am Anfang steht die Begehung. Vier Bereiche werden betrachtet:

  • Statik: Welche Wände und Stützen tragen? Kann die Struktur die neuen Lasten aufnehmen? Das beurteilt ein Tragwerks­planer.
  • Schadstoffe: Baujahr, Pläne und frühere Umbauten zeigen, wo Proben nötig sind.
  • Leitungen: Verlauf und Zustand von Elektro-, Wasser-, Heizungs- und Datenleitungen.
  • Bauphysik und Brandschutz: Was die neue Planung an Anforderungen stellt, legen Planer und Behörde fest.

Wie lange das dauert, hängt von Größe und Zustand ab.

Schritt 2: Welche Genehmigungen sind zu klären?

Die Landesbauordnung regelt den Abbruch baulicher Anlagen: grundsätzlich genehmigungspflichtig, bestimmte Fälle verfahrensfrei, alle übrigen im Kenntnis­gabe­verfahren (§§ 49 bis 51 LBO). Ob eine Entkernung ohne Eingriff in die Tragstruktur darunter fällt, entscheidet im Einzelfall die zuständige Baurechtsbehörde. Eigene Fragen werfen auf:

  • Eingriffe in die tragende Struktur
  • Nutzungs­änderungen, etwa von Gewerbe zu Wohnen
  • Kulturdenkmale: Sie dürfen nur mit Genehmigung der Denkmal­schutz­behörde zerstört oder beseitigt werden (§ 8 DSchG)

Kenntnisgabepflichtige Abbruch­arbeiten dürfen nicht in Eigenleistung ausgeführt werden (§ 42 Abs. 2 LBO). Mehr dazu im Ratgeber Abbruch­anzeige in Baden-Württemberg.

Schritt 3: Wie wird die Baustelle eingerichtet?

Bevor eine Wand entfernt wird, werden tragende Bauteile gesichert. Dazu kommen Absperrung, Staubschutz zu weiter genutzten Bereichen, Stellplatz für Container und ein Zugang für den Abtransport. In dichter Bebauung rechnen Sie mit Lärm und Staub für die Nachbarn. Lärm auf Baustellen beurteilt die AVV Baulärm: Sie setzt je nach Gebiet Richtwerte fest und zählt die Zeit von 20 bis 7 Uhr als Nacht. Eine allgemeine Pflicht, Nachbarn vorab zu informieren, ist nicht belegt. Ein kurzer Aushang oder Brief ist trotzdem sinnvoll.

Schritt 4: Was passiert bei Schadstoffen?

Bei Gebäuden mit Baubeginn bis 31. Oktober 1993 ist Asbest nicht auszuschließen (GefStoffV § 11a). Vor 1996 eingebaute Dämmstoffe gelten als alte Mineral­wolle (TRGS 521). Weitere Altlasten der Bauteile:

StoffTypische StellenZeitliche Einordnung
PCBFugenmassen, Anstricheoffene Anwendungen bis etwa 1975
PAKTeerkleber unter Parkett, DachbahnenTeerkleber bis etwa 1981
Holzschutzmittel (PCP)Dachstühle, HolzverkleidungInnenraumverbot 1986, allgemeines Verbot 1989

Quellen: PCB-Richtlinie Baden-Württemberg, Umweltportal NRW zu PAK, Umweltportal NRW zu PCP. Die Übersicht gibt es ausführlich im Ratgeber Schadstoffe im Altbau nach Baujahr.

Belastete Bauteile werden vor der eigentlichen Entkernung ausgebaut. Alte Mineral­wolle machen wir nach TRGS 521, dafür hat unser Betrieb den Fachkunde-Lehrgang absolviert (Ablauf, Schadstoff­sanierung). Asbest entfernen Betriebe mit der erforderlichen Zulassung oder Genehmigung. Als Auftrag­geber geben Sie dem Betrieb vorab alle Informationen zu Bau- und Nutzungsgeschichte (§ 5a GefStoffV).

Schritt 5: In welcher Reihenfolge wird zurückgebaut?

Üblich ist diese Reihenfolge, geschossweise:

  1. Wiederverwendbare Teile ausbauen: Türen, Fenster, Sanitärobjekte, Heizkörper
  2. Installationen abbauen: Elektro, Wasser, Heizung, Lüftung
  3. Nichttragende Wände und abgehängte Decken entfernen
  4. Bodenbeläge und Estriche aufnehmen
  5. Rohbau freilegen und prüfen

Treten unerwartete Befunde auf, etwa Hohlräume oder Schadstoffe, wird der Bereich gesichert und das weitere Vorgehen geklärt.

Schritt 6: Wie wird entsorgt?

Die Gewerbeabfall­verordnung verlangt, Glas, Kunststoff, Metalle, Holz, Dämmmaterial, Gipsplatten, Beton, Ziegel, Fliesen und Bitumengemische getrennt zu sammeln, soweit technisch möglich und wirtschaftlich zumutbar. Bei Gesamtmengen bis 10 m³ entfällt die Dokumentationspflicht (§ 8 GewAbfV). Gefährliche Abfälle werden gesondert entsorgt. Belege wie Wiegescheine sollten Sie sich zeigen lassen (Ratgeber Entsorgung).

Schritt 7: Was bekommen Sie bei der Übergabe?

Sie erhalten den leeren Rohbau, besenrein. Sinnvoll sind außerdem Fotos der freigelegten Struktur, Hinweise zu Befunden und die Entsorgungs­belege. Dann übernehmen Planer und Gewerke den Ausbau.

Was bestimmt die Kosten einer Entkernung?

Aufwand und Kosten bestimmen Größe, Ausstattung, Zugang, Schadstoffe, Abfalltrennung und Nebenkosten wie Statik und Gutachten. Prozentuale Kostenverteilungen oder Preise pro Quadratmeter nennen wir ohne Besichtigung nicht.

Häufige Fragen

Kann die Fassade bei der Entkernung erhalten bleiben?

Ja, wenn die Außenwände tragen oder gesichert werden können. Das muss ein Tragwerks­planer bestätigen. Steht die Fassade unter Denkmal­schutz, entscheidet die Denkmal­schutz­behörde über den Umfang.

Muss ein Statiker beteiligt werden?

Bei einem Abbruch im Kenntnis­gabe­verfahren bestätigt der Fachunternehmer, dass er die Standsicherheit beurteilen kann, oder er zieht einen geeigneten Tragwerks­planer hinzu (§ 12 LBOVVO). Für eine Entkernung mit Eingriff in tragende Teile ist ein Statiker in der Praxis nötig. Eine pauschale gesetzliche Pflicht für jede Entkernung ist nicht belegt.

Wie lange dauert eine Entkernung?

Das lässt sich ohne Besichtigung nicht sagen. Größe, Schadstoffbefunde, Zugang und der Umfang der Abfalltrennung bestimmen die Dauer.

Wenn Sie ein Objekt in Pforzheim haben

Schicken Sie uns über die Kontaktseite Adresse, Baujahr, Fläche und Ihr Vorhaben. Ob ein Einsatz in Pforzheim möglich ist, klären wir mit Ihnen. Unsere Einsatzgebiete finden Sie auf der Website.

Allgemeine Information, Stand Oktober 2026, keine Rechtsberatung.